Climate Action Plan
Einleitung
BearbeitenDas Projekt «Klimaplan» (CAP) wurde von Climatestrike Switzerland (CSCH) ins Leben gerufen. Ziel des Projekts ist es, gemeinsam mit Expert*innen und der Bevölkerung konkrete politische und gesellschaftliche Klimaschutzmassnahmen zu erarbeiten, die notwendig sind, um das 1,5°C-Ziel zu erreichen. Dabei werden diejenigen einbezogen, die von den Massnahmen und den Auswirkungen der Klimakrise betroffen sind. Daher soll der Ausarbeitungsprozess so öffentlich wie möglich sein und eine breite Debatte über die notwendigen Antworten auf die Klimakrise anstoßen.
Die daraus resultierenden Massnahmen sollen nicht automatisch zu Forderungen des Klimastreiks werden. Vielmehr sollen sie einen Weg aus der Krise aufzeigen, verdeutlichen, dass geeignete Lösungen existieren, und eine Debatte über konkrete, ehrgeizige politische und gesellschaftliche Massnahmen anstoßen. Der CAP soll dazu dienen, Druck auf die Politik auszuüben, indem er aufzeigt, dass die Lösung der Klimakrise keine Frage der Machbarkeit, sondern des politischen Mutes ist.
Ziel und Anspruch (Projekt)
BearbeitenDas Projekt soll aufzeigen, dass Lösungen möglich sind und bereits existieren, den Diskurs darüber anregen und direkten Druck auf den Bundesrat, der derzeit Szenarien für ein Netto-Null-Ziel bei den Treibhausgasemissionen bis 2050 prüft, sowie auf das Parlament ausüben, damit diese angemessener reagieren.
Der Plan unterliegt nicht der zwingenden Vorgabe, politische Mehrheiten oder eine Wählerschaft zu finden. Er erhebt jedoch den Anspruch, aus der Zivilgesellschaft zu stammen und von der Bevölkerung getragen zu werden.
Unser Plan sollte so ehrgeizig und mutig sein, wie wir es für notwendig erachten! Er sollte darlegen, was notwendig und was technisch machbar ist. Und nicht, was politisch „machbar“ oder „kurzfristig wirtschaftlich optimal“ ist, da die langfristigen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Folgen weitaus schlimmer sind als etwaige kurzfristig wahrgenommene Unannehmlichkeiten.
Die CAP sollte der Gesellschaft auch eine Vision aufzeigen und die Frage beantworten können, wie eine nachhaltige Welt aussehen kann. Er sollte eine Gelegenheit sein, den Menschen zu zeigen, was wir wollen, wofür wir und sie kämpfen sollten. Wir wollen die Suche nach Lösungen gemeinsam mit einem möglichst großen Teil der Bevölkerung durchlaufen und so einen Wunsch zum Ausdruck bringen, der so authentisch wie möglich aus der Bevölkerung kommt. Am Ende des Prozesses sollte ein Plan erstellt werden, der so kohärent wie möglich ist, in einer detaillierten und einer möglichst leicht verständlichen Kurzfassung. Der öffentliche und politische Diskurs sollte sich endlich von der Zielsetzung hin zu konkreten Maßnahmen und Lösungen verlagern.
Auch wenn nicht alle von uns hinter dem Endergebnis stehen oder unsere Vision darin wiedererkennen können, ist es dennoch ein Versuch, den größtmöglichen gemeinsamen Nenner zu finden, dessen Stärke in seiner Konkretheit liegt. In der Debatte darüber, was genau die Klimabewegung will, führt ein „Vorstoß nach vorne“ direkt zu konkreten Visionen, wie es funktionieren soll.
Aufgabe (Inhalt)
BearbeitenDer CAP enthält konkrete Massnahmen und zeigt auf, wie die Schweiz ihren angemessenen Beitrag leisten kann, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen und bis 2030 Netto-Null-Emissionen im Inland zu erreichen. Ziel ist es, alle relevanten Sektoren abzudecken, um alle Emissionen anzugehen, auf die die Schweiz Einfluss hat (d. h. einschliesslich Finanzsektor, Importe, Exporte usw.).
Die Emissionen sollten so schnell wie möglich und mit größtmöglicher globaler Wirkung reduziert werden. Der CAP basiert auf den derzeit verfügbaren Optionen zur Reduktion und Vermeidung von Emissionen.
Ein erstes Paket offensichtlicher Sofortmaßnahmen (Low-Hanging-Fruits), um die Emissionen ab Anfang 2020 drastisch zu reduzieren, sollte frühzeitig und mit hoher Priorität veröffentlicht werden.
Wir halten uns an das Treibhausgas-Emissionsbudget gemäss IPCC SR15 C.1.3 für eine Wahrscheinlichkeit von 66 %, die Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen, und berücksichtigen dabei die darin erwähnte Bestimmung für Permafrost und Feuchtgebiete (was bedeutet, dass zum 1.1.2020 ein globales Treibhausgasbudget von 560 % der Emissionen des Jahres 2018 verbleibt).
Ideen und Rückmeldungen der Zivilgesellschaft, die mit der Wissenschaft im Einklang stehen, sowie die derzeit besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse sollten als Grundlage für diesen Klimaschutzplan dienen.
Urheberschaft
BearbeitenClimatestrike Schweiz ist der Hauptverfasser des CAP. Alle, die im Rahmen der Arbeitsgruppen (WGs) und Unterarbeitsgruppen (mWGs) an dem Projekt mitgearbeitet haben, werden namentlich aufgeführt, sofern sie damit einverstanden sind. Eine genaue Formulierung hinsichtlich der Rolle der mitwirkenden Expert*innen im Zusammenhang mit dem CAP steht noch aus. Die Protokolle und Ergebnisse sind öffentlich zugänglich und stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY 4.0.
Leitlinien
BearbeitenWas bedeutet es, so schnell wie möglich zu reagieren? Was schließt der Ausdruck „so schnell wie möglich“ aus? Und was bedeutet es, angemessen zu reagieren? Dies erfordert eine Erläuterung dessen, worin die Tragik der Klimakrise besteht, was genau der Klimaschutzplan enthalten soll und was genau wir bewahren wollen.
Die folgenden Leitlinien skizzieren die Grundsätze, nach denen die Maßnahmen ausgearbeitet, kritisiert und priorisiert werden sollten.
- Die Klimapolitik sollte dem „Verursacherprinzip“ folgen.
- Bestehende Ungleichheiten sollten durch die Klimapolitik nicht verschärft und, wo möglich, abgebaut werden.
- Unkonventionelles Denken (z. B. auf der Ebene der Bedürfnisse und der damit verbundenen Dienstleistungen statt auf der Ebene von Energie und Produkten) wird gefördert. Wenn eine Arbeitsgruppe an einen Punkt gelangt, an dem sie erkennt, dass ihre Ziele aufgrund systemischer oder politischer Hindernisse nicht erreichbar sind, sollte die Arbeitsgruppe systemische Ansätze entwickeln, um ihre Ziele zu erreichen.
- Klimaschutzmaßnahmen sollten die Lebensqualität der Bevölkerung nicht beeinträchtigen (wobei Lebensqualität als Lebensglück und nicht z. B. als die Fähigkeit, mehr zu konsumieren, definiert werden sollte) und sie nach Möglichkeit sogar verbessern.
- Die ergriffenen Maßnahmen sollten keine anderen schwerwiegenden Umweltprobleme auslösen. Sollte dies der Fall sein, sollten sie so gering wie möglich sein und im Plan aufgeführt werden.
- Die Lösungen müssen so widerstandsfähig und nachhaltig wie möglich sein.
Arbeitsgruppen
BearbeitenDie Ausarbeitung des Plans ist in folgende Arbeitsgruppen unterteilt:
Klimaschutz
- Industrie
- Beschreibung: Umfasst die Senkung des Energieverbrauchs für industrielle Prozesse sowie der Emissionen aus den Prozessen selbst (z. B. durch entweichende fluorierte Gase).
- Landwirtschaft
- Beschreibung: Umfasst die Reduzierung von Treibhausgasemissionen aus der Tierhaltung, der Düngemittelbewirtschaftung und landwirtschaftlichen Böden, aber auch den Energieverbrauch für landwirtschaftliche Kraftfahrzeuge, die Wärmeerzeugung und Brennstoffe für die Trocknung (Gras, Getreide) sowie Emissionen aus der Forstwirtschaft und anderer Landnutzung (AFOLU).
- Mobilität
- Beschreibung: Umfasst Emissionen aus dem Personen- und Güterverkehr in den Bereichen: nationaler und internationaler Luftverkehr, Straßenverkehr (mit Pkw, Lieferwagen, Lkw, Bussen, Motorrädern), Schienenverkehr, Schifffahrt und Pipelinetransport.
- Gebäude & Raumplanung
- Beschreibung: Umfasst die Reduzierung von Treibhausgasemissionen, die durch den Bau und den Energieverbrauch im Allgemeinen sowie durch Heizung und Warmwasser in privaten Haushalten und Dienstleistungs- und Gewerbegebäuden entstehen. Darüber hinaus umfasst diese Arbeitsgruppe die Reduzierung von Emissionen im Bereich der Raumplanung sowie negative Emissionen und die Stromversorgung durch Gebäude und deren Umgebung.
- Stromversorgung und Versorgungssicherheit
- Beschreibung: Erzeugung, Management, Wiederverwendung und Speicherung von Strom.
- Umfasst die Energieerzeugung für die öffentliche Strom- und Wärmeerzeugung (einschließlich der Abfallverbrennung in Kehrichtverbrennungsanlagen), durch fossile Kraftwerke, durch Raffinerien und die Produktion von Treibstoffen, andere Energieindustrien (z. B. Holzkohleproduktion) sowie biogene CO2-Emissionen. Die AG befasst sich zudem mit den Möglichkeiten der Energiespeicherung, der Niedertemperatur-Wärmeverteilung und der sinnvollen Nutzung von Holzwärmeenergie.
- Finanzsektor
- Beschreibung: Investitionen in und Finanzierung von Projekten und Unternehmen, die einen hohen CO2-Fußabdruck aufweisen und/oder direkt oder indirekt an der Gewinnung fossiler Brennstoffe beteiligt sind, durch Schweizer Gelder oder Schweizer Akteure. Diese Arbeitsgruppe entwickelt zudem mögliche Mechanismen zur Finanzierung weiterer Massnahmen (möglicherweise in Abstimmung mit der Arbeitsgruppe „Wirtschaftliche und politische Struktur“).
- Bildung
- Beschreibung: Vermittlung des Wissens, das die breite Bevölkerung benötigt, um die aktuelle Krise, ihre Auswirkungen und die zu ergreifenden Gegenmaßnahmen sowie deren positive Nebeneffekte vollständig zu verstehen. Die AG muss insbesondere Methoden, Projekte und Strategien entwickeln, um dieses Wissen der breiten Bevölkerung zugänglich zu machen, und darüber nachdenken, wie man sie einbeziehen oder mit ihr zusammenarbeiten kann. Diese AG ist wichtig, um mehr Unterstützung für die CAP zu schaffen und ein besseres Verständnis der Klimakrise zu fördern.
- Negative Emissionen und Kompensation
- Beschreibung: Erfassung der heute verfügbaren Möglichkeiten zur Erzeugung negativer Emissionen und Aufzeigen ihres tatsächlichen Potenzials in grossem Massstab sowie der Kosten und Nebenwirkungen. Die AG soll andere Arbeitsgruppen zur Emissionsminderung unterstützen und ihnen Kompensationsmethoden anbieten, falls andere Massnahmen versagen. Die AG soll zudem über das Potenzial und die Notwendigkeit negativer Emissionen vor und nach dem Erreichen der Netto-Null bis 2030 nachdenken.
- Internationale Zusammenarbeit und Klimafinanzierung:
- Beschreibung: Diese Arbeitsgruppe wird Massnahmen und Strategien erörtern, um durch den Einsatz des Einflusses, der Position und der Kontakte der Schweiz auf internationaler Ebene in Diplomatie, Politik und Wirtschaft zur internationalen Emissionsreduktion beizutragen. Darüber hinaus befasst sie sich bei Bedarf in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Finanzsektor mit dem Thema internationale Klimafinanzierung.
- Wirtschaftliche und politische Strukturen:
- Beschreibung: Diese AG wird Experten zusammenbringen, die sich mit umfassenderen und tiefergehenden systemischen Veränderungen und Massnahmen in Politik, Wirtschaft und anderen Bereichen befassen, um die Ursachen der Klima- und Nachhaltigkeitskrise zu beheben. Die AG entwickelt zudem mögliche Mechanismen zur Finanzierung der Massnahmen im Rahmen des CAP (zusammen mit der AG Finanzsektor). Schliesslich soll sie auch darüber nachdenken, wie der aktuelle politische Prozess beschleunigt werden könnte (so einfach und schnell wie möglich), um die notwendigen Veränderungen rechtzeitig zu ermöglichen. Für diese Arbeitsgruppe ist es besonders wichtig, andere Arbeitsgruppen über mögliche Überschneidungen zu informieren.
- Anpassung
- Beschreibung: Erarbeitung von Sofortmaßnahmen, um die Auswirkungen zu verhindern, die aufgrund des Klimawandels bereits eintreten. Beispielsweise ist in den Schweizer Bergen das Risiko von Erdrutschen höher als noch vor 10 Jahren. Welche Infrastruktur muss aufgebaut und welche Präventionsmaßnahmen können für diese Situation ergriffen werden?
- Eine verantwortliche Person für jede Arbeitsgruppe aus dieser Arbeitsgruppe + weitere Experten
Arbeitsgruppenmitglieder und Mitwirkende
BearbeitenEs gibt sowohl aktive als auch passive Mitwirkende (= Personen, die Input geben, Fragen beantworten oder Gegenprüfungen durchführen). Es gibt verschiedene Gruppen von Mitgliedern:
- Klimastreikende (aktiv oder passiv)
- Expert*innen (aktiv oder passiv)
- Betroffene, die in der Praxis tätig sind (aktiv oder passiv)
Ein aktives Mitglied einer Arbeitsgruppe ist eine Person, die von Anfang an Teil der AG war oder seitdem bereits an mindestens einer Sitzung der AG teilgenommen hat.
In jeder Arbeitsgruppe soll ein Kernteam aus aktiven Mitgliedern die Verantwortung für die Ausarbeitung übernehmen. Es sollte aus mindestens einem Klimastreikenden, einem Experten und einer vor Ort tätigen Person bestehen. Allgemeine Gruppenkonstellation: Jede Arbeitsgruppe sollte optimal aus 3–4 Klimastreikenden und 2–6 Experten bestehen. Es sollte eine Liste der ständigen und aktiven Mitwirkenden vorhanden sein, da diese gemeinsam die Entscheidungsgewalt über die Maßnahmen haben.
Meta-Arbeitsgruppen
BearbeitenZusätzlich gibt es Meta-Arbeitsgruppen (mWGs) zur Koordination des gesamten Prozesses:
- mWG Koordination
Diese AG ist verantwortlich für die Verwaltung der verschiedenen Chats, der E-Mail-Adresse, der Google-Drive-Ordner und aller anderen Strukturen. Sie organisiert Räume, kontaktiert Expert*innen, legt Zeitpläne und Fristen fest. Sie ist zudem verantwortlich für die Koordination und Kommunikation mit dem Rest der CSCH-Bewegung.
- mWG Ausarbeitungsplan
In dieser Arbeitsgruppe definieren wir das genaue Ziel und den Ansatz des Plans sowie die Methoden, wie wir dorthin gelangen. Dazu gehören Leitlinien für den Plan, Priorisierung, Entscheidungsprozesse usw. Diese Arbeitsgruppe passt den Arbeitsprozess im Laufe der Zeit entsprechend den gemachten Erfahrungen und dem erhaltenen Feedback an. In jeder Arbeitsgruppe zur Schadensminderung muss eine Person aus dieser mWG vertreten sein, um die Koordination und Konsistenz sicherzustellen, insbesondere bei Überschneidungen.
- mWG Kommunikation & Medien Diese Arbeitsgruppe organisiert die Kommunikation mit der Öffentlichkeit: Verfassen von Pressemitteilungen, Pflege der Website, Kontaktpflege mit den Medien und dem Social-Media-Team von CSCH usw. Die Gründe für die Erstellung des Plans sowie dessen Inhalt sollen der Öffentlichkeit auf verständliche Weise vermittelt werden.
Ablauf / Ausarbeitung
BearbeitenDie Gruppen treffen sich regelmäßig und arbeiten online an ihren Kapiteln. Jede Arbeitsgruppe verfasst ein Kapitel des endgültigen Plans, in dem dargelegt wird, wie der jeweilige Sektor dekarbonisiert werden kann. Details und Quellenangaben gehören in die Anhänge. Die „Vorlage für die Kapitelstruktur“ bietet eine Richtlinie dafür, wie die Kapitel aufgebaut werden können.
Die Arbeit an den Maßnahmen und Kapiteln sollte nach folgenden Schritten erfolgen:
- Den Sektor analysieren und in Teilsektoren oder Unterkapitel unterteilen. Diese Teilsektoren sollten von einer Unter-AG oder einer Person betreut werden. In diesen Teilsektoren sollte die Arbeit den folgenden Schritten folgen.
- Führen Sie eine detaillierte Analyse des Gesamtproblems durch und unterteilen Sie es bei Bedarf in kleinere, konkrete Probleme.
- Definieren Sie eine „Vision“, wie der Sektor nach der Umsetzung des CAP aussehen soll, und geben Sie einen Ausblick auf die Zukunft, in der wir leben wollen.
- Definieren Sie Ziele, die den in Schritt 1 festgestellten Problemen entsprechen und aufzeigen, was die Arbeitsgruppe in ihrem Sektor erreichen möchte.
- Sammeln Sie bestehende und finden Sie neue Maßnahmen, um die in (1) festgestellten Probleme zu lösen und die in (2) festgelegten Ziele zu erreichen, indem Sie bereits vorhandene Pläne durchgehen, das Fachwissen der Experten nutzen und alle Arten von Beiträgen und kreativen Ideen berücksichtigen.
- Entscheiden Sie sich für eine Reihe von Maßnahmen, die im Detail ausgearbeitet werden sollen, und folgen Sie dabei der Struktur der „Kapitel-Struktur-Vorlage“. Bevorzugen Sie Lösungen für das Gesamtproblem, denken Sie über den Tellerrand hinaus und in Bezug auf wirklich benötigte Dienstleistungen statt auf bestimmte Produkte.
- Legen Sie im abschließenden Kapitel die Massnahmen fest, die zusammen die von der Arbeitsgruppe und der GAP im Allgemeinen festgelegten Ziele erreichen werden.
Wenn die Arbeitsgruppe der Ansicht ist, dass es mehrere mögliche Wege (mit unterschiedlichen Massnahmen) gibt, um ein bestimmtes Ziel in ihrem Sektor zu erreichen, und sich nicht für einen entscheiden kann, ist es auch möglich, mehrere gleich wirksame Wege oder Massnahmen aufzuzeigen. Dies kann dazu beitragen, endlose Diskussionen in den Arbeitsgruppen zu vermeiden.
Alle Arbeitsgruppen sollten zudem die Hebel berücksichtigen, über die wir in der Schweiz verfügen, um Emissionen in ihrem jeweiligen Sektor im Ausland zu vermeiden, darunter:
- Import/Export
- Finanzmittel
- Diplomatie und Verträge
- internationale Standards
- Know-how & Technologien
Die «Ebene» der Massnahmen sollte in etwa derjenigen in parlamentarischen Initiativen entsprechen. Die Massnahmen sollten – was ihre Form betrifft – in Gesetze oder politische Massnahmen umgesetzt werden können. An einigen Stellen kann es zu Überschneidungen zwischen den Arbeitsgruppen kommen. Daher wird im Prozess genügend Zeit für den Austausch und die Koordination zwischen den Arbeitsgruppen vorgesehen, um diese Bereiche aufeinander abzustimmen. Schliesslich wird der gesamte Plan voraussichtlich im April auf dem Klimagipfel abgestimmt.
Alle Beschlüsse müssen auf Englisch verfügbar sein, um Inklusivität zu gewährleisten. Die Arbeitsgruppen können jedoch selbst entscheiden, in welcher Sprache sie tagen möchten. Alle schriftlichen Dokumente (einschließlich der Protokolle) sollten jedoch auf Englisch verfasst sein, damit alle Beteiligten während der gesamten Arbeitsphase einbezogen werden können und die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Elaboration mWG“ sowie andere Arbeitsgruppenmitglieder die Arbeit in den verschiedenen Arbeitsgruppen verfolgen können. Vertreter der verschiedenen Arbeitsgruppen treffen sich regelmäßig zum Austausch untereinander. Nach jeder Sitzung veröffentlichen alle Arbeitsgruppen alle relevanten Dokumente und Sitzungsprotokolle, die von allen eingesehen werden können.
Entscheidungsprozess
BearbeitenIm Allgemeinen sollten die Arbeitsgruppen im Konsens arbeiten, d. h. versuchen, Lösungen zu finden, die für alle funktionieren. Wenn die Mitglieder jedoch feststellen, dass sie im Prozess festgefahren sind, besteht die Möglichkeit, Entscheidungen auf folgende Weise zu treffen:
Bei allgemeinen Entscheidungen im Prozess oder darüber, ob eine Maßnahme im Detail ausgearbeitet werden soll oder nicht, können Entscheidungen mit einer einfachen 50-prozentigen Mehrheit getroffen werden (gemäß dem unten beschriebenen Entscheidungsprozess).
Bei endgültigen Entscheidungen darüber, ob eine Maßnahme in das endgültige Kapitel aufgenommen werden soll, müssen die Entscheidungen mit einer 2⁄3-Mehrheit getroffen werden (gemäß dem unten beschriebenen Entscheidungsprozess).
Stimmberechtigt sind alle Personen, die bei der Sitzung anwesend sind (physisch oder per Telefon) und aktive Mitglieder der Arbeitsgruppe sind (zu aktiven Mitgliedern siehe „Arbeitsgruppenmitglieder und Mitwirkende“).
Bei der Entscheidungsfindung sollten stets folgende Punkte beachtet werden:
1. Die Person(en), die einen Vorschlag eingebracht hat/haben, hat/haben Zeit, zu erklären, warum und was (3 Min.)
2. Personen, die gegen den Vorschlag sind, haben Zeit, zu erklären, warum (1 Min.)
3. Es gibt Zeit für eine kurze Diskussion mit dem Sitznachbarn (1 Min.)
4. Es gibt Zeit für Verständnisfragen (3 Min.)
Tools
BearbeitenFür Nachrichten und Anrufe nutzen wir einen Slack-Server. Jede Arbeitsgruppe hat einen eigenen Kanal, dem die Mitglieder der Arbeitsgruppen nach dem Beitritt zum Server hinzugefügt werden. Für die Speicherung und Bearbeitung von Dokumenten wurde ein separates Google Drive eingerichtet. To-Dos können auf Trello verwaltet werden; jede Arbeitsgruppe hat ein eigenes Board, das in der Beschreibung ihres Slack-Kanals verlinkt ist. Geplante Treffen und Anrufe sollten in diesem Kalender eingetragen werden.
Zusammenarbeit und Vernetzung
BearbeitenDie regionale Climatestrike-Gruppe von Waadt hat ihren Klimaplan bereits auf kantonaler Ebene ausgearbeitet. Es gibt auch Pläne in der Klimastadt Zürich, ein Projekt in der Stadt Lausanne sowie weitere CAP-Projekte wie Drawdown, ein Projekt für einen Plan von COCLICO in der Romandie. Sowohl abgeschlossene als auch laufende Projekte. Die Arbeitsgruppen stehen zudem in Kontakt mit NGOs und Fachabteilungen, die in ihrem Sektor tätig sind. Da der Climatestrike-CAP ein offener und partizipativer Prozess ist, sind Beiträge aus anderen Plänen und Zusammenarbeit willkommen.
Einbeziehung der Öffentlichkeit
BearbeitenUm alle Menschen der Gesellschaft einzubeziehen, den CAP bekannt zu machen und ihm eine breite Unterstützung zu verschaffen, müssen die Inhalte für die breite Öffentlichkeit zur Diskussion stehen und die Massnahmen müssen gezielt mit den Betroffenen besprochen werden. Zu diesem Zweck wird es eine Website geben, auf der die Öffentlichkeit die bisherigen Inhalte einsehen und kommentieren sowie neue Lösungen in allen Sektoren vorschlagen kann. Die Arbeitsgruppen sollten die Vorschläge der Öffentlichkeit für ihren Sektor im Auge behalten und die dortigen Beiträge diskutieren. Wenn die Arbeitsgruppe eine Massnahme beschliesst, die bestimmte Personen stark betrifft, sollte sie versuchen, diese zu erreichen und Feedback einzuholen oder die Massnahme mit ihnen zu besprechen.
Online-Umfrage
BearbeitenAuf climateactionplan.ch sind alle Personen eingeladen, während des gesamten Arbeitsprozesses ihre Visionen, Ideen und Anliegen zum Klimaschutzplan zu formulieren. Diese werden zur Diskussion an die zuständigen Arbeitsgruppen weitergeleitet.
Auf der Website werden auch bestimmte Zwischenergebnisse oder aktuell diskutierte Forderungen veröffentlicht.
Klimaversammlungen
BearbeitenWir streben an, eine oder mehrere Klimaversammlungen in den verschiedenen Regionen zu organisieren. Die ersten Klimaversammlungen sollten sehr bald zu Beginn der Arbeit am Klimaschutzplan organisiert werden, und zwar im Zeitraum Mitte November bis Anfang Dezember. Bei diesen Klimaversammlungen sind alle Menschen eingeladen, ihre Ideen, Visionen und Anliegen speziell in Bezug auf die Massnahmen des Klimaschutzplans einzubringen, diese miteinander zu diskutieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Es bleibt noch zu entscheiden, ob die Expert*innen der Arbeitsgruppen in diese Versammlungen einbezogen werden oder werden sollen.
Die Beiträge werden an die zuständigen Arbeitsgruppen weitergeleitet und dort behandelt.
Eine ähnliche Veranstaltung könnte für alle Klimastreikenden stattfinden, z. B. im Rahmen eines nationalen Treffens.
Öffentlichkeitsarbeit
BearbeitenDas Ziel der Öffentlichkeitsarbeit während des Arbeitsprozesses besteht darin, interessante Einblicke in den Prozess zu gewähren, auf Probleme oder Lösungen hinzuweisen, Themen zu diskutieren, Betroffene zu interviewen usw.
Die Inhalte sollen die Neugier der Menschen auf die neue, fossilfreie Gesellschaft wecken, sie dazu anregen, über Lösungen nachzudenken und mit uns in Kontakt zu treten, die Relevanz eines Plans aufzeigen und sie gespannt auf das Ergebnis warten lassen.
Diese Einblicke können in Form von Videos, Bildern und Texten auf den Social-Media-Kanälen des Klimastreiks verbreitet werden. Es können jedoch auch Medien wie Zeitungen, Radio und Fernsehen eingeladen werden, regelmäßig über Maßnahmen oder Themen zu berichten. Regelmäßige Medienmitteilungen oder Einblicke für die Medien sollten ebenfalls in Betracht gezogen werden.
Zeitplan
BearbeitenKlimagipfel
BearbeitenVertreter aller Arbeitsgruppen treffen sich bei den Klimagipfeln. Etwaige Überschneidungen und Widersprüche in den Kapiteln werden in den Sitzungen besprochen. Zudem werden Lücken im Klimaschutzplan identifiziert und die Arbeit daran den Arbeitsgruppen zugewiesen.
Es wird diskutiert, ob die Maßnahmen der Aufgabe und der Anforderung einer angemessenen Reaktion auf die Klimakrise gerecht werden.
Zudem sollen die Lösungen aus den verschiedenen Bereichen in einem schlüssigen Plan zusammengeführt werden, wenn möglich mit einer klaren zeitlichen Abfolge.
Der Klimagipfel findet an einem zentralen Ort statt und soll sicherstellen, dass der Klimaschutzplan erstmals in seiner Gesamtheit öffentlich diskutiert wird. Nach dem Klimagipfel werden die Ergebnisse an die Arbeitsgruppen zurückgemeldet.
Der abschließende Klimagipfel findet im März 2020 statt. Die genauen Termine der Klimagipfel werden in Absprache mit den Arbeitsgruppen festgelegt.
Vorstellung des Klimaschutzplans
BearbeitenDie endgültige Fassung des Klimaschutzplans wird den Medien im April 2020 vorgestellt. Die Vorstellung könnte auch eine mobilisierende Wirkung auf den Streik am 15. Mai haben.
Zudem sollen die Botschaft des Plans und die zentralen Maßnahmen so viele Menschen wie möglich auf möglichst verständliche Weise erreichen. Dank der Einbindung der Bevölkerung soll der Plan so breite Akzeptanz finden und so begeistert aufgenommen werden wie möglich.